Dekanat Rodgau

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Bericht an die Dekanatssynode

9. Tagung der IX. Synode des
Evangelischen Dekanats Rodgau


Samstag, 11. September 2020, im Dietzenbacher Capitol
Bericht der stellvertretenden Dekanin, Pfarrerin Sonja Mattes, an die Dekanatssynode

(Es gilt das gesprochene Wort.)

Liebe Synodale aus Dreieich und Rodgau,
liebe Pröpstin, liebe Gäste,

„Nichts ist so beständig - wie die Veränderung“: Das hat sich auch in den letzten Monaten bestätigt. Wer hätte an Sylvester beim Bleigießen gedacht, dass das CoronaJahr ansteht? Es hat in unserem privaten und gesellschaftlichen Leben, in der politischen und kulturellen Landschaft und somit auch für uns als Kirche viel verändert. Wir sind immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt – auch heute Abend bei der Durchführung unserer Synode.

Mein Eindruck ist aber, dass wir bisher mit vereinten Kräften das Beste daraus machen. Und ich danke herzlich allen: die etwa in unseren Kirchenvorständen Verantwortung bei der permanenten Erstellung von Hygienekonzepten übernehmen; ich danke allen, denen es gelingt, trotz Abstandsregelungen, Beziehungen zu pflegen, gar Neue aufzubauen und sich trotz Corona für das Evangelium zu engagieren; ich danke allen, die Gottesdienste, Kasualien, Veranstaltungen und Seelsorgeformate völlig neu denken und dabei große Kreativität in die nötigen Veränderungen einbringen; ich danke Ihnen, dass Sie heute Abend hier sind.
Gott schenke uns in seinem Dienst, ob ehren-, neben- oder hauptamtlich, seinen guten Geist und einen langen Atem.

Einige Schlaglichter möchte ich benennen, die unser Dekanat Rodgau im letzten halben Jahr außerdem geprägt, oder sich verändert haben:

Hätte unsere Frühjahrssynode im März wie geplant stattgefunden, hätte uns allen ein Thema sehr präsent vor Augen gestanden: der rechtsextremistische Anschlag vom 19. Februar, der sich im nördlichsten Teil unseres Dekanats, in Hanau, ereignet hat. Er ist, aus meiner Sicht, durch die Coronapandemie in den Hintergrund gedrängt worden. Aber ich beobachte in vielen Zusammenhängen, dass der Rechtsextremismus mitten unter uns präsent ist.

Als Kirche haben wir die Aufgabe hinzuschauen und uns, im Übrigen gegen jede Form von Extremismus, stark zu machen. Wir stehen für Vielfalt, Gesprächsbereitschaft und Dialog, wir stehen für demokratische Werte und ich hoffe, dass wir weiterhin in unseren Projekten und unserem Reden wirkungsvoll Haltung zeigen und durch Kompetenz im Evangelium überzeugen.

Im März veränderte sich die Leitung unseres Dekanats. Unser langjähriger Dekan Carsten Tag ist, wie Sie wissen, Vorstandsvorsitzender der Hessischen Diakonie geworden.  Als seine Stellvertreterin bin ich in seine Fußstapfen getreten. Dazu habe ich neben meiner halben Gemeindepfarrstelle eine halbe Stelle als stellvertretende Dekanin erhalten und versuche nun die Amtsgeschäfte im Dekanat voll zu führen. Ich danke an dieser Stelle allen, die Geduld mit mir haben und Verständnis aufbringen, dass nicht alles sofort geht. Vor allem danke ich dem Team im Haus der Kirche hier in Dietzenbach, dass immer da ist und an allen Ecken und Ende unterstützt, dem DSV, sowie meinen Rödermärker Gemeinden und Kollegen, dass sie die Vakanz vor Ort fürs Dekanat tragen.

Aber nicht nur an dieser Stelle, sondern auch an anderen Stellen im Dekanat prägen die „Vakanzen“ unsere Situation. Derzeit sind 3,75 Stellen zu vertreten. Das ist für manche Dekanate nicht viel, für uns aber ungewohnt und Kräfte zehrend: In der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Mühlheim hat auch die zweite Ausschreibung nicht zu einer Besetzung geführt. Vakanzvertreter Zlamal aus Obertshausen und im Bereich des Konfirmandenunterrichts Pfarrerehepaar Grombacher aus der Friedensgemeinde fangen die Vakanz ab. In der Christus-Gemeinde in Dietzenbach hat Pfarrerin Pisa kürzlich eine gesunde Tochter geboren und ist in Elternzeit. Pfarrerin Schwarze, vor allem mit Unterstützung von Pfarrer Handschuch helfen aus. In Nieder-Roden erwartet Pfarrerehepaar Graf wieder Nachwuchs, daher ist dort eine halbe Stelle vakant, desweiteren besteht Vakanz in Heusenstamm. Hier trat Pfarrerin Schweiger nach einem halben Jahr Dienst eine regionale Pfarrstelle an. Pfarrerin Winkler hat auf eine Dreiviertelstelle aufgestockt, was mich sehr freut, so dass die Vakanz „nur“ eine Viertelstelle umfasst.

Dafür hatten wir letzten Sonntag in einem Open-Air-Gottesdienst die Freude Pfarrerin Daniela Wieners, übernommen aus Kurhessen Waldeck, in ihren Dienst einzuführen, womit die halbe Stelle neben Pfarrerin Zick-Kuchinke in Steinheim wieder besetzt ist. Im Gemeindepädagogischen Team ist Frau Luttrell aus einjähriger Elternzeit zurück.

Ich schließe dem Thema Vakanzen ausdrücklich das Thema an, das unsere Landeskirche derzeit intensiv beschäftigt, den sogenannten Prozess „ekhn 2030“, der sich mit der Entwicklung unserer Kirche, angestoßen durch den synodalen Wunsch Prioritäten und Posterioritäten zu benennen, ergeben hat.
Ich hatte die entsprechenden Texte an unsere Gemeinden weitergeleitet. Sie sind Zwischenstandberichte, die zur Diskussion einladen und auch auf der Landessynode am 19. September kurz und im November ausführlicher beraten werden.

Mir wird in diesen Papieren in Bezug auf die Zukunft unserer Gemeinden deutlich, dass uns Themen wie die Pfarrstellen- und die Gebäudeentwicklung vor große Herausforderungen stellen, die wir nur gemeinsam bewältigen können. Dazu brauchen wir intensivere Formen der Zusammenarbeit und daher empfehle ich Ihnen die neue „Arbeitshilfe zur regionalen Zusammenarbeit von Kirchengemeinden“, die vorne ausliegt und danke allen Gemeinden, die sich aktiv damit auseinandersetzen.  

Vor permanente Veränderungen waren in den letzten Monaten coronabedingt auch unsere evangelischen Kitas gestellt. Sie befinden sich seit den Sommerferien annährend wieder im Regelbetrieb. Ich bin beeindruckt davon, wie gut es unserer Geschäftsstelle der GüT und den Kita-Leiterinnen gelungen ist, unsere Einrichtungen kompetent und souverän durch diese ereignisreichen Monate zu steuern.
Die Evaluationen der GüT, die wir derzeit in den Kirchenvorständen durchführen, zeigt, welch große Hilfe es ist, die verwaltungstechnische Arbeit in professionelle Hände übertragen zu haben. Unser Ziel, den Kirchengemeinden dadurch Entlastung und mehr Raum für inhaltliches Arbeiten zu verschaffen, haben wir offenbar erreicht.So haben wir aktuell dem Antrag des Kirchenvorstandes der Friedensgemeinde Mühlheim, zum Jahresbeginn in die GüT aufgenommen zu werden, stattgegeben. Außerdem sind wir in konkrete Gespräche über die Errichtung einer neuen Kita in Obertshausen eingetreten.

Es gäbe noch viel zu sagen zum „Ökumenischen Kirchentag“ oder der anstehenden „KV-Wahl“, mit der viele von Ihnen derzeit schon beschäftigt sind, aber ich möchte mich kurz halten und nur noch einen Punkt aufgreifen, weil er verändern wird: unsere Fusion. Wir sind in der Steuerungsgruppe mit vielen Themen beschäftigt: der Zusammenführung unseres Verwaltungsteams, aber auch von sachlichen Dinge wie den Haushalten und der IT, der Ausschreibung der stellvertretenden Dekanestelle und der Vorbereitung der Wahlsynode am 16. Januar, der Koordination von Terminen und Veranstaltungsformaten, vor allem aber – und dazu will ich Sie kurz auf den neuesten Stand bringen – unserem neuen „Haus der Kirche“.

Der Ihnen bekannte Plan des Neubaus durch die ZPV auf dem Gelände der ehemaligen Rut-Gemeinde hier in Dietzenbach ist kurz vor den Sommerferien gescheitert. Das hiesige Bauamt sieht nun doch eine Bebauungsplanänderung vor, so dass sich das Projekt bis zum Einzug mindestens 4 Jahre hinziehen würde. Dieser Zeitraum, um miteinander an einen Standort zu kommen, ist uns zu lang. Wir suchen daher nach einer Mietmöglichkeit und haben ein konkretes Objekt vor Augen, wo wir derzeit in Verhandlungen mit dem Eigentümer und der Kirchenverwaltung eingetreten sind. Drücken Sie uns die Daumen – vielleicht ist es das Gottesgeschenk, das wir gerade brauchen. Aber vor allem müssen Sie unter TOP 3 dazu einen grundlegenden Beschluss fassen.

„Nichts ist so beständig wie die Veränderung.“ Sie kostet Kraft und verunsichert. Aber ohne unsere Bereitschaft zur Veränderung, kann es keine Entwicklung unserer Kirche geben. Daher erinnere ich daran, dass wir zuversichtlich auf die beständige Liebe und Treue unseres Gottes schauen können, der uns Kraft schenkt, um Veränderungen gut zu gestalten. Ich danke Ihnen fürs Zuhören!

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