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United4Rescue

Sea-Watch 4 rettet ab April Menschenleben

Jan Steffen, GEOMAR (CC BY 4.0)Seit der Schiffstaufe am 20. Februar 2020 in Kiel heißt das neue Seenotrettungsschiff des Bündnisses United4Rescue "Sea-Watch 4" und soll ab April im Mittelmeer Menschenleben retten.

Gemeinsam mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, taufte Aminata Touré, Landtagsvizepräsidentin des Landes Schleswig-Holstein, das neue Seenotrettungsschiff des zivilgesellschaftlichen Bündnisses United4Rescue in Kiel. Das Schiff, das nun offiziell “Sea-Watch 4” heißt, soll bereits ab April Menschen im Mittelmeer retten.

United4Rescue

Mitglieder und Förderer des Bündnisses United4Rescue und der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch hatten sich zu dem Anlass auf dem Schiff getroffen. Das frühere Forschungsschiff „Poseidon“ konnte Ende Januar in einem verdeckten Bieterverfahren ersteigert werden und soll bereits zu Ostern im zentralen Mittelmeer aktiv sein. Bisher liegt es noch an seinem früheren Heimathafen in Kiel.

 

Menschenleben retten

 

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagte: »Mit der heutigen Schiffstaufe und dem Auslaufen der „Sea-Watch 4“ in wenigen Tagen setzen das Bündnis United4Rescue und mit ihm alle Partner und Förderer die Ankündigung „Wir schicken ein Schiff“ nun in die Tat um. Schiff und Crew werden hoffentlich schon bald Menschenleben im Mittelmeer retten. Dabei können sie weiter auf die Unterstützung vieler engagierter Christinnen und Christen zählen. „Man lässt keine Menschen ertrinken.“ Hinter dieser Überzeugung steht ab sofort nicht wie bisher ein Punkt, sondern mit der „Sea-Watch 4“ ein weithin sichtbares Ausrufezeichen.«

 

Zivilgesellschaft handelt

 


Taufpatin Aminata Touré, Landtagsvizepräsidentin des Landes Schleswig-Holstein, sagt zum Entsenden des neuen Rettungsschiffs: »In Zeiten, in denen politisch Verantwortliche in ganz Europa keine Antwort auf das Sterben im Mittelmeer geben, ist es umso beeindruckender, dass die Zivilgesellschaft handelt. Ich freue mich, dass die Sea-Watch 4 bald starten kann und Menschenleben retten wird! Danke für Ihren Einsatz!«

 

#wirschickeneinSchiff

 

Thies Gundlach, erster Vorsitzender des Trägervereins von United4Rescue freut sich über den Erfolg der Kampagne #wirschickeneinSchiff: »Dieses Schiff ist ein Ausdruck der Humanität aus der Mitte unserer Gesellschaft. In kürzester Zeit konnten wir Dank tausendfacher Unterstützung ein Schiff kaufen. United4Rescue sorgt mit dafür, dass das Schiff Richtung Mittelmeer aufbrechen kann – dafür bedarf es noch mancher Unterstützung, insbesondere einer gut ausgestatteten Krankenstation.«

 

Einsatz geht weiter

 

Und Michael Schwickart, 2. Vorsitzender des Trägervereins, betont: “Unsere Arbeit geht natürlich weiter! Gemeinsam mit allen Bündnispartnern und Förderern von United4Rescue werden wir uns auch über den Schiffskauf hinaus für die Seenotrettung einsetzen - und durch Spenden unterstützen.
Uns ist es wichtig dort zu helfen, wo Not besteht: Es darf niemals passieren, dass ein Rettungsschiff nicht auslaufen kann, weil es am Geld fehlt!”

 

Bedarf an Hilfe ist groß

 

Auch 2019 verloren mehr als 1000 Menschen ihr Leben im Mittelmeer. Wie dringlich der Bedarf an einem weiteren Rettungsschiff ist, zeigte auch der gestrige Mittwoch, als die Sea-Watch 3, 121 Menschen im zentralen Mittelmeer aus einem überfüllten Schlauchboot gerettet hat.

 

Klares Signal an Europa

 

Mattea Weihe, Crewmitglied der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch, die die operative und wirtschaftliche Verantwortung des Einsatzes des neuen Schiffs tragen wird: »Solange Europa Menschen zur Abschreckung ertrinken läßt, werden wir nicht tatenlos zusehen. Dass die Sea-Watch 4 schon bald in See stechen wird, zeugt von großer gesellschaftlicher Solidarität, ist aber auch klares Signal an Europa, endlich Menschenrechte über Abschottung zu stellen. Gemeinsam mit dem Bündnis United4Rescue sorgen wir jetzt dafür, dass die Sea-Watch 4 bestens ausgerüstet Richtung Mittelmeer aufbrechen kann, wo immer noch jedes Rettungsschiff dringend gebraucht wird.«

Die Sea-Watch 4 wird bereits in der nächsten Woche den Kieler Hafen verlassen. Nach weiteren er-forderlichen Umbauarbeiten in Spanien wird das Schiff im April den ersten Einsatz bestreiten.

 

Hintergrund

 

Das Bündnis United4Rescue wurde am 3. Dezember 2019, gegründet. Ihm gehören inzwischen fast 400 Institutionen, Vereine, Firmen und Initiativen an. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen ge-sellschaftlichen Bereichen (www.united4rescue.com/partners). Die Initiative für ein zusätzliches Rettungsschiff und für ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis ging von der Evangelischen Kirche aus. Das Bündnis reicht inzwischen weit über kirchliche Grenzen hinaus.

Das Bündnis steht für vier Forderungen an die deutsche und europäische Politik:

     

  • Seenotrettung ermöglichen,
  • Kriminalisierung der Seenotrettung beenden,
  • Faire Asylverfahren gewährleisten und
  • den „Sicheren Häfen“ ermöglichen, aktiv zu werden.
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Die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch ist direkter Kooperationspartner für das erste Projekt des Bündnisses, die Seenotrettung im Mittelmeer durch ein zusätzliches Rettungsschiff zu verstärken: #wirschickeneinSchiff. Sea-Watch ist seit 2015 in der Seenotrettung aktiv und war an der Rettung von über 37.000 Menschen beteiligt. Die Organisation wird neben ihrer aktuellen Mission der Sea-Watch 3 den Betrieb eines weiteren Schiffes gewährleisten. Sea-Watch ist selbst Mitglied des Bündnisses United4Rescue.

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