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Brahms-Requiem in Heusenstamm

Schlüsselwerk der Oratoriengeschichte als europäisches Freundschaftsband

kfUnter der musikalischen Leitung von Dorothea Baumann (li.) absolvierten die Heusenstammer Kantorei und Mitglieder der Tonbridge Philharmonic Society zusammen mit etlichen Projektsänger*innen bravourös Johannes Brahms' "Ein deutsches Requiem".

Zusammen mit Projektsänger*innen und musikalischen Gästen aus Heusenstamms englischer Partnerstadt Tonbridge präsentierte die Heusenstammer Kantorei Johannes Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“.

Das Requiem von Johannes Brahms gehört zur anspruchsvollen Chorliteratur. Chöre, die sich dieses Werks eines der bedeutendsten deutschen Romantiker annehmen, müssen in der Lage sein, ein großes dynamisches Spektrum und großen Tonumfang bewältigen und komplexe Fugen stemmen.
Zusammen mit ihren musikalischen Begleiterinnen und Begleitern hat die Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Heusenstamm die Herausforderung angenommen und gemeistert. Die Aufführung, traditionell in der ausreichend großen katholischen Pfarrkirche Maria Himmelskron, erwies sich einmal mehr als frühsommerlicher Besuchermagnet im Terminkalender der Schlossstadt: Gut gefüllte Kirchenbänke bis ganz nach hinten sprachen einmal mehr für die kirchenmusikalische Literaturauswahl des Chores.

Das Requiem von Johannes Brahms zählt zu den Schlüsselwerken der Oratoriengeschichte und ist ungewöhnlich in mehrfacher Hinsicht: Der Protestant Brahms wählte für die Texte Passagen aus dem Alten und Neuen Testament aus Luthers Bibelübersetzung. Der Komponist entwickelte es über acht Jahre hinweg stetig weiter und war dabei maßgeblich von persönlichen Schicksalsschlägen wie dem Tod seiner Mutter sowie seines Freundes und Förderers Robert Schumann beeinflusst.

Dorothea Baumann hat ihre Heusenstammer Kantorei gut auf dieses Werk vorbereitet. So gelang es dem großen Chor, bestehend aus Stamm-und Projektsängern sowie Mitgliedern des englischen Partnerchores aus Tonbridge, leicht in der Höhe zu bleiben und Piano-und Forte-Passagen immer ihrem tiefen musikalischen Charakter entsprechend darzubieten. Das Orchester - teilweise auch mit Instrumentalistinnen und Instrumentalisten aus Tonbridge besetzt -  agierte dabei stets als zuverlässiger Partner.

Auch die Solisten glänzten in ihren Partien: Sopranistin Jana Baumeister innig in „Ihr habt nun Traurigkeit“, Bariton Dirk Schneider kraftvoll in „Herr, lehre doch mich“. Dekanatskantorin Dorothea Baumann führte mit präzisem und ausdrucksvollem Dirigat durch das Requiem, das Johannes Brahms mit erst 35 Jahren zu einem der berühmtesten Komponisten seiner Zeit gemacht hat.

An der Seite der Kantorei sangen und musizierten Mitglieder der „Tonbridge Philharmonic Society“ zum mittlerweile elften Mal. Sie ist eines der Fundamente der Städtepartnerschaft, die sich alle drei Jahre in einer großen gemeinsamen Konzertaufführung in beiden Städten manifestiert. Nach Händels „Messias“ vor drei Jahren hatten sich die britischen Freundinnen und Freunde nun Brahms‘ Deutsches Requiem gewünscht, das sie besonders schätzen und in der Vereinsgeschichte schon mehrfach interpretiert hatten, im Rahmen des jetzigen Konzertprojekts Ende März dieses Jahres in Tonbridge unter der Leitung von Michael Waldon.

Gerade in Zeiten, in denen der Nationalismus auch in Europa wieder erstarkt und sich unter anderem im drohenden Austritt Groß-Britanniens aus der Europäischen Union manifestiert, seien die freundschaftlichen und musikalischen, mithin doppelten Bande zwischen überzeugten Europäerinnen und Europäern wichtige Zeichen für Frieden, Verbundenheit und Einheit unter den europäischen Partnern, würdigten sowohl der Heusenstammer Bürgermeister Halil Öztas als auch der Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau, Pfarrer Carsten Tag, die grenzenlose musikalische Zusammenarbeit.

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