Dekanat Rodgau

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Neues Kirchengesetz für regionale Zusammenarbeit:

Rödermärker Gemeinden bauen Kooperation aus

pEinmütig haben Kirchenvorsteher*innen aus Rödermark-Urberach und Ober-Roden im Beisein des Dekans des Evangelischen Dekanats Rodgau, Pfarrer Carsten Tag, einen gemeinsamen Kooerationsraum vereinbart. Damit folgen die beiden Kirchengemeinden als erste im Dekanat einem Kirchengesetz in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), das neue Möglichkeiten einräumt, auch bei zurückgehenden Ressourcen Spielräume für ansprechende Gemeindearbeit zu erhalten.

Die Evangelischen Kirchengemeinde Ober-Roden und die Evangelische Petrusgemeinde in Urberach rücken näher zusammen. Die bestehende erfolgreiche Kooperation auf haupt- und ehrenamtlicher Basis wird weiter gestärkt. Beide Kirchengemeinden haben in einer gemeinsamen Kirchenvorstandssitzung den Beschluss gefasst ab sofort einen Kooperationsraum zu bilden.

Die Kooperation der beiden evangelischen Kirchengemeinden hat mittlerweile schon eine lange Tradition. Beide Gemeinden arbeiten bereits seit dem Jahre 2005 sehr erfolgreich zusammen. Waren es am Anfang erst nur ausgewählte Projekte, erstreckte sich dies im Zeitverlauf auf immer mehr Kooperationsfelder. Im Moment gibt es ein abgestimmtes Gottesdienstkonzept mit Kanzeltausch der drei Pfarrer in Rödermark, Sonja und Oliver Mattes sowie Carsten Fleckenstein, aber auch gemeinsame Gottesdienste, Kirchenvorstandsitzungen und Kirchenvorstandsklausuren, Zusammenarbeit zwischen den Gemeindepädagogen, in der Verwaltung, beim Einsatz von Mitarbeitern im Bundesfreiwilligendienst, beim Brotkorb, bei der Jugendarbeit, Erwachsenbildung, Seniorenarbeit, bei Freizeiten und vieles mehr.

Im Jahr 2015 gab es eine erste „offizielle“ Vereinbarung, die die bestehende enge Zusammenarbeit in einem Vertrag zusammenfasste. Die „Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen der Evangelischen Kirchengemeinde Ober-Roden und der Evangelischen Petrusgemeinde Urberach“ so der offizielle Titel, beschrieb und regelte vieles, was für die meisten Mitglieder in Gemeinde und Kirchenvorstand in zehn Jahren bereits fast eine Selbstverständlichkeit geworden war. Sie umfasste alle eingangs aufgeführten Bereiche und wurde in der festen Überzeugung geschlossen, dass der Auftrag der evangelischen Kirche in Rödermark durch die gemeinsame Zusammenarbeit besser erfüllt werden kann. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Seit April 2018 gibt es in der evangelischen Kirche Hessen-Nassau (EKHN) ein neues Kirchengesetz über die regionale Zusammenarbeit. Ziel des Gesetzes ist es, dass die regionale Zusammenarbeit von evangelischen Kirchengemeinden, so wie in Rödermark schon praktiziert,  als „Normalfall kirchlicher Arbeit“ angesehen wird. Das neue Gesetz basiert auf Freiwilligkeit und Ergebnisoffenheit der Kirchengemeinden, aber natürlich muss die evangelische Kirche auch auf die aktuellen Herausforderungen reagieren. Austritte von Kirchenmitgliedern lassen die Finanzzuweisungen an die Gemeinden sinken, mit der Folge, dass an allen Stellen weiter gespart werden muss. Das gilt nicht nur für Sachkosten. Die Einsparungen haben auch Folgen für die Personalstärke in der Verwaltung, bei den Gemeindepädagogen oder bei den Pfarrstellen. Absehbar ist schon jetzt, dass sich in den nächsten Jahren die Pfarrstellenbemessung ändern wird und viele Gemeinden mit weniger Pfarrer(innen) auskommen müssen und immer mehr Verwaltung auf die Kirchengemeinden vor Ort ausgelagert wird.

Den beiden Kirchenvorständen in Ober-Roden und Urberach ist diese Entwicklung sehr bewusst. Vom ersten Tage der Zusammenarbeit an, stand Ressourcenoptimierung im Fokus. Ziel war und ist es, trotz dieser Entwicklungen, unseren Gemeindemitgliedern noch lange Zeit ein vielfältiges Angebot an beiden Standorten anzubieten. Wir wollen die Chance wahren, mit vereinten Kräften auf neue Entwicklungen mit neuen oder veränderten Angeboten reagieren zu können.

Am 10. April 2019 haben nun die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher der Evangelischen Kirchengemeinde Ober-Roden und der Evangelischen Kirchengemeinde Urberach einstimmig beschlossen einen Kooperationsraum zu bilden. Sie sind damit die ersten beiden Kirchengemeinden im Dekanat die von dem neuen Gesetz Gebrauch machen.

Was ändert sich? Die Veränderungen sind auf den ersten Blick begrenzt. Wesentlichste Änderung ist, dass bei einen Kooperationsraum Pfarrerinnen und Pfarrer hier nicht mehr der einzelnen Kirchengemeinde zugeordnet werden, sondern gemeinsam für die Gemeinden im regionalen Raum zuständig sind. Gabenorientierte Aufgabenwahrnehmung und Vertretungsdienste lassen sich so leichter realisieren. Das bedeutet zwar, dass keine Pfarrerin oder kein Pfarrer Ober-Roden oder Urberach mehr direkt zugeordnet ist, aber alle zweieinhalb Stellen bleiben aktuell ohne Kürzung für absehbare Zeit in Rödermark. Es müssen allerdings die Aufgabenverteilung unter den Stelleninhabern geregelt werden. Doch diese gemeinsame Pfarrdienstordnung, die u.a. Seelsorgebezirke, Gottesdienstzeiten, Vertretungen, freie Tage, Dienstbesprechungen beinhaltet, haben die beiden Kirchenvorstände auch schon seit Jahren verabschiedet. Die aktuell gültige Fassung stammt aus dem Frühjahr 2018.

Das Wesentliche, und das war den Kirchenvorständen aus beiden Gemeinden sehr wichtig, ist es, mit diesem Kooperationsraum eine Botschaft an die Mitglieder der beiden Kirchengemeinden, die beiden nächsten Kirchenvorstände und an das Dekanat zu senden.

Denn wie bereits beschrieben, stehen unsere Kirchengemeinden in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Die Zusammenarbeit der beiden Kirchenvorstände der Evangelischen Kirchengemeinde Ober-Roden und der Evangelischen Petrusgemeinde in Urberach ist in den vergangenen Jahren immer weiter vertieft worden, mittlerweile über drei Legislaturperioden. Die aktuellen Kirchenvorstände möchten, dass diese gute, vertrauensvolle und lösungsorientierte Zusammenarbeit zum Wohle ihrer Kirchengemeinden in Zukunft und auch nach den Kirchenvorstandswahlen im Jahre 2021 fortgesetzt wird. In Richtung Dekanat bedeutet dies, wie auch immer die Pläne über zukünftige Zuschnitte von Gemeindegrenzen aussehen sollten: Hier gibt es zwei Gemeinden mit erfolgreicher Zusammenarbeit!

Und vielleicht steht am Ende des Prozesses eine Fusion, aber das liegt in der Entscheidung der beiden nächsten Kirchenvorstände.

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