Dekanat Rodgau

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Nach der Bluttat von Hanau:

Reden und Schweigen gegen Terror von rechts

"Ein tödlicher Angriff auf Menschen und Menschlichkeit": Auch im Kreis Offenbach gedachten Hunderte der zehn Männer, die am späten Mittwochabend in Hanau Opfer von rechtem Terror geworden waren / Fürbitte in Gottesdiensten und Freitagsgebeten

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Weitgehend in Stille hatten sich am Donnerstagabend Menschen auf dem Seligenstädter Marktplatz getroffen, um der zehn Männer zu gedenken, die am Abend zuvor sterben mussten, weil sie offenbar nicht in das krude Weltbild eines rechten Attentäters passten.

Zur Trauerkundgebung aufgerufen hatte die Evangelische Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen. Neben Pfarrerin Leonie Krauß-Buck als Mitinitiatorin hatte sich unter anderem auch ihre Amtskollegin Brigitte Rohde aus Hainburg und der katholische Pfarrer von St. Marien Seligenstadt, Holger Allmenröder, in die Trauerkundgebung eingereiht. Gemeinsam stimmten die Teilnehmer*innen der Mahnwache nach einer kurzen Begrüßung das Protestlied "We shall overvome" an und drückten so neben ihrer Trauer auch die Hoffnung auf ein Zusammenleben in Frieden und Freiheit aus. 

Moscheevorstand Aykin: Immer öfter "rassistische Statements unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit"

Im Beisein der stellvertretenden Dekanin des Evangelischen Dekanats Rodgau, Pfarrerin Sonja Mattes, gedachten schon eine Stunde zuvor auf dem Dietzenbacher Europaplatz mehrere hundert Menschen der Opfer von Hanau. Laut der Vorsitzenden des einladenden Ausländerbeirats, Helga Giardino, sollen zwei der am Mittwochabend ermorderten Männer Dietzenbacher sein, "unsere Mitbürger, Nachbarn. Das war ein tödlicher Angriff auf Menschen und auf die Menschlichkeit".

Deutliche Worte fand auch der Landrat des Kreises Offenbach, Oliver Quilling, im Rahmen der Veranstaltung vor dem Rathaus der Kreisstadt: "Der Anschlag geht uns alle an, denn die Zielscheiben sind auch unsere Demokratie und unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung, die im Kreis Offenbach von Toleranz sowie von der Vielfalt von Menschen aus rund 180 Nationen lebt. Wir alle müssen jetzt zusammenstehen und dem Hass entschlossen entgegentreten.“

Bürgermeister Rogg : "Dietzenbach lebt Vielfalt!"

"Der Magistrat der Kreisstadt Dietzenbach sowie der Ausländerbeirat verurteilen den feigen Anschlag aufs Schärfste", so Bürgermeister Jürgen Rogg vor der trauernden Menschenmenge. "Dietzenbach lebt die Vielfalt." Der Vorsitzende der türkisch-islamischen Moscheegemeinde, Aydan Aykin, mahnte zu Wachsamkeit und Konsequenz: Immer lauter würden "rassistische und antimuslimische Statements unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit. Wir fühlen uns schmerzlich erinnert an die Ereignisse in Mölln und Solingen." In Moscheen deutschlandweit werde bei den heutigen Freitagsgebeten der Opfer gedacht.

Fürbitte in Sonntagsgottesdiensten

Auch in zahlreichen evangelischen Kirchen werde in den Fürbitten der Sonntagsgottesdienste für die Opfer, Angehörigen, Betroffenen und Verletzten gebetet, ebenso für die, die sich um sie kümmern, erklärte Pfarrerin Mattes. Sie lädt Menschen ein, ihrer Sorge und Trauer auch mit dem Gottesdienstbesuch Raum zu geben.

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