Dekanat Rodgau

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Immer im Einsatz für eine lebenswerte Welt

kfIn der bis auf den letzten Platz besetzten Evangelischen Kirche in Seligenstadt verabschiedeten die Evangelischen Kirchengemeinde Seligernstadt und Mainhausen sowie der Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau, Carsten Tag (re), am gestrigen Sonntag Pfarrer Martin Franke (4. v. re.) aus seinem Gemeindedienst. Zahlreiche Weggefährten - wie die Kirchenvorstandsvorsitzende Andres Eubel (5. v. li.), die Pfarrkolleg*innen Leonie Krauß-Buck und Alexandru Lita (3. u. 5. v. re.), Vikarin Charlotte Voß (2. v re.) und Elke Tomala-Brümmer vom Dekanatssynodalvorstand ( 3. v. li.) - gaben dem 48-Jährigen, der in Zukunft als theologischer Fachreferent der Landessynode in Darmstadt arbeiten wird, Grüße und Segenswünsche mit auf den Weg und dankten für seine fast neunjährige Tätigkeit in Seligenstadt und Mainhausen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen, Dekan Carsten Tag und Gäste aus Kirche und Welt verabschiedeten am vergangenen Sonntag Pfarrer Martin Franke aus dem Gemeindedienst. Seit 1. September arbeitet er in Darmstadt als Theologischer Referent der EKHN-Synode, des „Kirchenparlaments“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Einer „wunderbaren Kirchengemeinde“ kehre er den Rücken mit seinem Wechsel in ein gänzlich neues Aufgabengebiet, hatte Martin Franke am Sonntag in seiner letzten Predigt in Seligenstadts evangelischer Kirche bekannt: „Perspektiven und Träume von gutem Leben, Solidarität, Nächstenliebe, eine ausgeprägte Willkommenskultur und vom ersten Tag an eine außergewöhnliche Bereitschaft, Neues erst einmal auszuprobieren und dann darüber zu diskutieren“, bescheinigte der scheidende Geistliche der Kirchengemeinde, die ihm in den vergangenen achteinhalb Jahren Heimat geworden war.

„Es gibt Gemeinschaften, die tragen wie Familien – und auch eine Kirchengemeinde kann so ein Ort sein“ – mit all ihren Vorzügen und Schattenseiten, „wenn man aus der Rolle fällt“, so Franke mit Bezug auf den Predigttext aus dem Markus-Evangelium, in dem Jesus den Begriff der Familie auf die Gemeinschaft der Glaubenden erweiterte und so die familiären Besitz- und Machtverhältnisse seiner Zeit auflöste. Ohne diese neu gewonnene Freiheit könnten „Familien auch zum Gefängnis werden, wenn ich die, die ich habe, nicht enttäuschen will. Menschen besitzen einander nicht, sondern gehören einander nur so weit, wie sie sich selbst einander anvertrauen“. Für Christ*innen seien alle Menschen zunächst Geschwister, die gemeinsam Gottes Güte vertrauen, ohne Ansehen von Herkunft, eigener Identität oder gesellschaftlichem Status.

Der Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau, Carsten Tag entband Pfarrer Martin Franke im Gottesdienst von seinen Pflichten als Gemeindepfarrer und segnete ihn. Gleichzeitig würdigte er den 48-Jährigen als Geistlichen, der „die Melodie seines Lebens in ein vielstimmiges Konzert eingebracht hat“: in der täglichen Gemeindearbeit und in der Seelsorge ebenso wie bei Besuchen in der Asklepiosklinik oder in den Altenheimen, als gelernter Redakteur in der Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde, in der wechselnden Geschäftsführung des Kirchenvorstands sowie – „hier war deine Melodie am besten hörbar“ – in der Ökumene und der Flüchtlingsarbeit.

Mit Blick auf die nun bevorstehende Vakanzzeit dankte Dekan Tag schon vorab dem Verkündigungsteam der Gemeinde sowie allen weiteren haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die dabei helfen, „die Lücke ein Stück weit zu schließen“. Voraussichtlich noch im Oktober werde die Pfarrstelle ausgeschrieben, Gemeinde und Dekan hoffen gemeinsam auf qualifizierte Bewerbungen.
Den Einsatz Martin Frankes für eine lebenswerte Welt würdigten auch zahlreiche Gäste, die sich mit einem Grußwort verabschiedeten: Im Namen des Dekanatssynodalvorstands dankte dessen Mitglied Elke Tomala-Brümmer zunächst dafür, dass der in Zellhausen lebende Pfarrer seine thematische und theologische Kompetenz in die Kirche immer wieder auch in der Region eingebracht habe: als Ökumenebeauftragter und Miterfinder der erfolgreichen Dekanats-Radtour „Re(li)gion erfahren“, in Konferenzen des Kirchenkreises oder mit seinem Einsatz „für die Rechte gleichgeschlechtlich liebender oder transident lebender Menschen in unserer Kirche“.

Gottes Segen für den Aufbruch wünschte die Ökumenepfarrerin des Evangelischen Dekanats Rodgau, Sandra Scholz. „Mit ganzem Herzen“ habe sich Martin Franke im Dekanat und ganz besonders in das Miteinander der Konfessionen und Religionen vor Ort und weltweit eingebracht und dabei „nicht nur über, sondern vor allem mit den Menschen gesprochen“: bei wechselseitigen Besuchen mit der südkoreanischen Partnerkirche PROK ebenso wie etwa in Fällen von gewährtem Kirchenasyl. „Vor allem hast du stets Unrecht beim Namen genannt und, wenn es sein musste, auch mal den Finger in die Wunde gelegt.“

Im Namen der Seligenstädter Kirchen dankte der Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Marien, Holger Almenröder, für besondere Offenheit im Gespräch zwischen den Konfessionen: „Es braucht immer Menschen, die auch mal nerven, denn wenn uns etwas verdächtig lästig ist“, sei es meist auch wichtig, darauf gestoßen zu werden.

Namens der Gemeinde Mainhausen und ihrer kommunalen Gremien bedachte Bürgermeisterin Ruth Disser die Jahre guter Zusammenarbeit in Martin Frankes Wohnortgemeinde. Nicht zuletzt seinem Engagement sei es zu verdanken, dass Menschen, die auf der Flucht vor Not und Vertreibung in der kleinsten Kreiskommune „ein Zuhause gefunden haben, unsere Freunde geworden sind“.

Musikalisch sagten unter anderem die Seligenstädter Kantorei und das Verkündigungsteam aus Pfarrerin Leonie Krauß-Buck, Pfarrer Alexandru Lita, Kantorin Dorothea Baumann und dem Gemeindepädagogen Claus Ost Adieu. Besonders bedankte sich der Kirchenvorstand: Mit persönlichen Geschenken für die neuen Wege und die ersten Wochen wünschten sie ihrem langjährigen Gemeindepfarrer alles Gute für den neuen Dienst.

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