Dekanat Rodgau

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Dekan Tag wird neuer Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen

Der Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau, Pfarrer Carsten Tag, wird neuer Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. Dies hat der Aufsichtsrat der Diakonie Hessen in seiner Sitzung am 11. Dezember 2019 einstimmig beschlossen.

DWWechsel vom Dekanat zur Diakonie: Der Rodgauer Dekan Carsten Tag übernimmt nach einstimmigem Votum des Aufsichtsrates voraussichtlich zum 1. März nächsten Jahres den Vorstandsvorsitz der Diakonie Hessen. Der Aufsichttsratsvorsitzende Pfarrer Joachim Bertelmann gratulierte Dekan Tag zur Wahl.

Seit dem Ausscheiden von Pfarrer Horst Rühl im Oktober 2018 war die Position innerhalb des Vorstandes vakant. Der 55-jährige Carsten Tag tritt sein Amt voraussichtlich zum 1. März 2020 an. Die Geschäfte werden übergangsweise vom zweiköpfigen Vorstand Dr. Harald Clausen (juristischer Vorstand) und Wilfried Knapp (kaufmännischer Vorstand) geführt.

Pfarrer Tag ist seit Anfang des Jahres 2008 Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau. „Seit dieser Zeit prägt und gestaltet er zusammen mit dem Dekanatssynodalvorstand und den Mitarbeitenden die Organisation und das Erscheinungsbild der Evangelischen Kirche in der Region maßgeblich“, würdigt der Präses der Rodgauer Dekanatssynode, Bernhard Rücker, die bisher fast zwölfjährige Amtszeit von Carsten Tag als Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau. „Wir bedauern seinen Weggang, gratulieren aber zugleich zur Wahl in diesen verantwortungsvollen neuen Dienst, wünschen ihm von Herzen alles Gute und bitten um Gottes Segen für die Zukunft.“

In Dekan Tags Amtszeit fällt die Ausgestaltung des Evangelischen Dekanats Rodgau als Kirche in der Region und „mittlere Ebene“ des kirchlichen Handelns in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Dazu gehört zum einen die Förderung der Dienstgemeinschaft im Kirchenkreis durch die Schaffung von Räumen für Begegnung und Austausch, zum anderen die inhaltliche Schwerpunktsetzung des Dekanats, etwa mit wechselnden Jahresthemen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt seiner Arbeit war und ist es, die evangelische Kirche in der Region fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen – unter anderem durch die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Kirchengemeinden sowie mit den Handlungsfeldern des Dekanats. Aktuelles Beispiel dafür ist die im vergangenen Jahr an den Start gegangene Gemeindeübergreifende Trägerschaft für evangelische Kindertagesstätten, die Kirchengemeinden von zahlreichen administrativen Aufgaben entlastet.

„Auch die für Januar 2021 vorgesehene Fusion der Evangelischen Dekanate Rodgau und Dreieich hat Dekan Tag zusammen mit seinem Dreieicher Kollegen Reinhard Zincke und den beiden Dekanatssynodalvorständen entscheidend mitgestaltet und auf einen guten Weg gebracht“, so Präses Bernhard Rücker.

In diesem Zusammenhang steht nach Angaben des Präses auch die Nachfolgeregelung: „Mit der Fusion im Januar 2021 werden alle Leitungsämter des neuen Kirchenkreises neu besetzt, auch das der Dekanin oder des Dekans.“ Die Ausschreibung für die Stelle werde wie geplant im Januar des nächsten Jahres veröffentlicht. Damit beginne die Bewerbungsphase.

Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf: Dekan Tag übernimmt „zentrale Rolle in der sozialpolitischen Positionierung von Diakonie und Kirche“

Die für Diakoniefragen zuständige Stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf, bezeichnete die Wahl von Carsten Tag zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Hessen als „Signal für Diakonie, Kirche und Gesellschaft“. Es sei wichtig, dass das Amt wieder besetzt sei, denn der Vorstandsvorsitzende spiele in der „sozialpolitischen Positionierung von Diakonie und Kirche eine zentrale Rolle“.

Die Entscheidung für einen Dekan habe auch Signalwirkung für ein engeres Zusammenwirken von Kirche und Diakonie, so die Stellvertretende Kirchenpräsidentin. Scherf: „Ich gratuliere Carsten Tag im Namen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und wünsche ihm für seine Aufgabe Gottes Segen“.

Carsten Tag will „die Stimme der Diakonie stärken, um unsere Gesellschaft menschenwürdig zu gestalten und die Nähe Gottes erfahrbar“ machen

Carsten Tag hatte sich direkt nach der gestrigen Wahl hoch erfreut gezeigt: „Ich bedanke mich für das große Vertrauen des Aufsichtsrates. Es ist mir ein Herzensanliegen, dazu beizutragen, die Stimme der Diakonie zu stärken, um unsere Gesellschaft menschenwürdig zu gestalten und die Nähe Gottes für Menschen in Not und Bedrängnis erfahrbar und spürbarbar werden zu lassen. Ich freue mich darauf, die Mitarbeitenden des Landesverbands sowie seine Mitglieder kennen zu lernen. Voller Respekt nehme ich die herausfordernde Aufgabe gerne an, die Diakonie Hessen gemeinsam mit ihnen und den weiteren Verantwortlichen in die Zukunft zu führen.“

Vita Pfarrer Carsten Tag

Pfarrer Carsten Tag (geb. 19. Mai 1964 in Gladbeck) studierte nach seinem Zivildienst in einer „Sonderschule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche“ evangelische Theologie in Frankfurt und Heidelberg. Seinem ersten Theologischen Staatsexamen im Jahre 1994 folgte sein Vikariat, das er in der St. Petersgemeinde in Frankfurt leistete. Nach seinem zweiten Theologischen Staatsexamen im Jahr 1997 verbrachte er ein halbjähriges Spezialvikariat in der Suchtkrankenberatungsstelle des Evangelischen Regionalverbandes in Frankfurt. Ab 1998 arbeitete Carsten Tag in Hofheim als Leiter der Fachstelle für Suchtprävention des Main-Taunus-Kreises beim Verein Jugendhilfe & Jugendberatung. Von 2000 bis 2003 war er als Gemeindepfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Weisel in Butzbach tätig. Seit Anfang 2008 ist Carsten Tag Dekan im Evangelischen Dekanat Rodgau und engagiert sich im Vorstand der Dekanekonferenz. Aufgrund vielfältiger Fort- und Weiterbildungen ist er auch Gemeinde- und Organisationsberater sowie Gestalttherapeut. Durch zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten – der 55-Jährige ist auch Ehrenritter der Johanniter – kennt der zukünftige Vorstandsvorsitzende die Arbeit der Diakonie von innen und außen. Carsten Tag ist verheiratet, hat ein Kind und lebt mit seiner Familie in Rödermark.

Hintergrund: Diakonie Hessen

Die Diakonie Hessen ist 2013 aus der Fusion des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau und des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck hervorgegangen. Sie ist Mitglieder- und Trägerverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Die Diakonie Hessen ist als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, Rheinland-Pfalz und im thüringischen Schmalkalden tätig. Als Träger diakonischer Arbeit beschäftigt die Diakonie Hessen in den Landesgeschäftsstellen in Frankfurt und Kassel, im Evangelischen Fröbelseminar in Kassel, in den Evangelischen Freiwilligendiensten sowie in 17 regionalen Diakonischen Werken in Hessen und Nassau 1.698* Mitarbeitende. Dazu kommen 664 Freiwillige, die sich in einem Sozialen Jahr oder Bundesfreiwilligendienst einbringen. Als Mitgliederverband gehören der Diakonie Hessen zurzeit 446 Rechtsträger an. Dabei handelt es sich um 366 Vereine, Stiftungen und gemeinnützige Gesellschaften sowie die 31 Dekanate der EKHN, 20 Kirchenkreise der EKKW und 29 kirchlichen Zweckverbände. Insgesamt bietet die Diakonie Hessen so etwa 1490 Angebote für die Pflege, Betreuung und Beratung sowie für die Aus-, Fort- und Weiterbildung in den Bereichen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, in der Alten- und Krankenhilfe, Behinderten-, Eingliederungs- und Suchthilfe, Migrations- und Flüchtlingsberatung sowie in der Beratung von Menschen in besonderen sozialen Situationen an. Die Diakonie Hessen und ihre Mitglieder beschäftigen zusammen rund 42.000 Mitarbeitende und erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2018 einen Gesamtumsatz von knapp zwei Milliarden Euro.

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