Dekanat Rodgau

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Radtour „Re(li)gion erfahren“

Achtsames Atmen im thailändischen Tempel

kf"Heben und senken" - mit einer Atemübung führten die thailändisch-buddhistischen Mönche des Wat Buddhapiyawararam ihre Gäste in die Kunst der Achtsamkeit ein.

Von Atemübungen für die Achtsamkeit über eine Fragerunde im Friedwald und ein Stelldichein an der Stangenpyramide bis zur Schlussandacht in der Schlosskirche Philippseich reichte in diesem Jahr für 32 Teilnehmer*innen die Erlebnispalette bei der Radtour „Re(li)gion erfahren“ des Evangelischen Dekanats Rodgau.

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Koordiniert von Sandra Scholz, Pfarrerin für Gesellschaftliche Verantwortung und Ökumene und Steinbergs Evangelischem Pfarrer Uwe Handschuch, hatten die Umwelt-AG und der Ökumene-Ausschuss des Evangelischen Dekanats Rodgau im nun sechsten Jahr in Folge spannende Orte religiöser Praktik und nachhaltigen Handelns ausgesucht. Von Dietzenbach ging die Tour gut ein Jahr vor der 2021 anstehenden Fusion mit dem Evangelischen Nachbardekanat Dreieich nach Götzenhain.

 

Montessori-Campus: Von der Elterninitiative zum Millionenprojekt

Auf dem Dietzenbacher Montessori-Campus als erstem Stopp berichtete der Vorsitzende ihres Trägervereins, Marcel Jung, von der Erfolgsgeschichte der erst zwölf Jahre Jahren Elterninitiative, die mittlerweile zu einem renommierten Bildungs- und Erziehungsprojekt in Vereinsform mit 90 Kitakindern und 120 Schüler*innen sowie einem Jahresumsatz von einer Million Euro geworden ist. Nach den Herbstferien geht der Anbau für die U3-Betreuung in Betrieb. Auch die Kinder des Waldkindergartens Hoppetosse konnten in die Betreuung übernommen werden.

„Auch wenn wir privat mitfinanziert werden, sind wir keine Eliteschule“, legt der Vorstand um Marcel Jung Wert darauf, „Schule für alle“ zu sein, „die den Kindern die Freiheit lässt, selbst zu entscheiden, was sie tun möchten, ohne machen zu können, was sie wollen“. Das pädagogische Konzept von Montessorischulen, so Jung, setze „einen klaren Rahmen, in dem sich unsere Kinder sicher bewegen und frei arbeiten können“.

 

Friedwald Dietzenbach: Bestattung unter Bäumen immer beliebter

Pfarrer Uwe Handschuch selbst berichtete an der Andachtsstätte des Dietzenbacher Friedwalds am Ebertsberg - immerhin die dritthöchste Erhebung des Kreises Offenbach - von der Idee der Bestattung unter Bäumen und seine Erfahrungen mit alternativen Bestattungsformen und -ritualen: Im Jahr 2015 begonnen, ist der Dietzenbacher Friedwald einer von derzeit 66 Standorten bundesweit - Tendenz: steigend.

Auf 25 Hektar Waldfläche könnten unter Buchen, Eichen, Hainbuchen, Lärchen und Kiefern bis zum Laufzeitende des Pachtvertrags im Jahr 2114 bis zu 22.000 Menschen ihre letzte Ruhe finden, rechnet der evangelische Pfarrer aus. Die Waldbestattung ist nicht nur Dietzenbachern vorbehalten, die regelmäßigen Führungen durch den Friedwald interessieren Menschen aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet. Vor allem die zunehmende Individualisierung sowie den großen Wunsch nach einer stillen und naturnahen letzten Ruhe sieht Handschuch als Ursache für die große Nachfrage.

Er selbst beerdigt rund einmal im Monat im Dietzenbacher Forst. Die Unterschiede zu einer Friedhofsbestattung seien nicht groß - außer dass nicht das Friedhofspersonal, sondern der Förster für die Bestattungen verantwortlich ist. „Und, dass die Angehörigen noch häufiger prüfende Blicke in den Himmel werfen, ob das Wetter hält.“ Für alle Verstorbenen des Jahres feiern die katholische und die evangelischen Gemeinden der Kreisstadt jährlich im November einen ökumenischen Gedenkgottesdienst, den der Posaunenchor der Martin-Luther-Gemeinde musikalisch begleitet.

 

Regionalpark Rhein-Main: „Anwälte für den Freiraum“

An der Stangenpyramide auf der Hub bei Dreieich-Götzenhain, empfing Kjell Schmidt, der Geschäftsführer des Regionalparks Rhein-Main, die über 30 Radler*innen. Die Landschaftsskulptur ist einer von über 300 Erlebnispunkten auf den derzeit 550 Kilometer langen Regionalparkrouten (davon 190 Kilometer Rundweg) zwischen Rheingau, Wetterau, Ried und Kinzigtal. Geplant sind nach Angaben Schmidts 1250 Kilometer, die das Rhein-Main-Gebiet für alle Formen der Freizeitgestaltung und Naherholung erschließen und sowohl ästhetisch als auch ökologisch aufwerten sollen, ohne die Region zu verfälschen. Damit sei trotz gut ausgeprägtem Lokalpatriotismus auch eine regionale Identität der Menschen als „Rhein-Mainer“ durchaus gewollt, erklärt Kjell Schmidt mit Blick von der Kunstinstallation auf die Frankfurter Skyline. 

Weil bei der Planung viel Wert auf Blicke und Ansichten gelegt werde, ist die Regionalparkroute nicht nur Tummelplatz für Radler. Auch Fotografen kommen voll auf ihre Kosten in einer Region, die weniger für ihre natürlichen Reize, als für Straßen und Schienen, den Flughafen und Industrieanlagen bekannt ist. Dabei sehen sich die Aktiven des Regionalparks als „Anwälte für den Freiraum“ in einem polyzentrischen und von weiterer Zersiedelung bedrohten Lebensraum.

 

Tempel in Götzenhain: „Des Buddhas besonderes Gebäude“

Nach dem gemeinsamen Mittagessen erwarteten die Mönche des thailändisch-buddhistischen Tempels Wat Buddhapiyawararam die 30 Tourteilnehmer*innen. „Des Buddhas besonderes Gebäude“ ist die Übersetzung des Namens für die Klostereinrichtung, die 1997 in den Besitz der Mönche übergegangen war. Derzeit leben sieben buddhistische Brüder in Götzenhain und betreiben den sozialen, kulturellen und religiösen Treffpunkt für thailändische und deutsche Buddhist*innen und Meditationsinteressierte.

Der Abt Phra Dhammamangalajarn selbst empfing die Gäste im Klostertempel und berichtete zusammen mit zwei Brüdern über Lebensweisen und Glaubensauffassungen der Buddhisten.  Zudem bekamen die Gäste eine fünfminütige Einführung in eine Atemübung für mehr Achtsamkeit im Alltag.

 

Schlussandacht in der Schlosskirche

Eine Schlussandacht in der Philippseicher Schlosskirche mit dem Dekan des Evangelischen Dekanats Dreieich, Pfarrer Reinhard Zincke, rundete den Radeltag ab. Die Schlosskirche Philippseich liegt räumlich zwischen den Gemeinden und trägt deshalb den Beinamen „Kirche im Dekanat Dreieich“. Sie wurde um 1700 eingeweiht und steht im Park des Schlosses Philippseich zwischen Götzenhain und Offenthal, seinerzeit der herrschaftliche Tiergarten des Grafen Johann Ludwig von Isenburg, der dort 1667 ein Jagdschloss erbaut hatte. Nach seinem Tod fiel das Gut an seinen Sohn Johann Philipp, daher der heutige Name "Philippseich".

Alleine der Weg zur Schlosskirche ist schon eine kleine Andacht in der Natur. Die Kirche ist eine Oase der Ruhe. Sie lud die Teilnehmer*innen ein, den Tag voller neuer Eindrücke am Nachmittag durch die Wiesen und Wälder der Umgebung mit einer besinnlichen Einstimmung auf den Abend abzuschließen.

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