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Wasser - Energie des Lebens

von Pfarrer Carsten Fleckenstein, Evangelische Kirchengemeinde Ober-Roden

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben
von der Quelle des lebendigen Wassers
umsonst.


Jahreslosung 2018
Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, Vers 6

Rund zwei Drittel dieses Jahres 2018 sind nun schon wieder vorüber – dieses Jahres, das für viele Christen unter der Losung steht: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“. Und ich habe den Eindruck, man hätte kaum ein Jahr finden können, in dem dieser Satz aus der Offenbarung des Johannes treffender hätte sein können.

Seit Mai, praktisch den ganzen Sommer über, erlebten wir in Deutschland subtropisches Wetter mit Temperaturen von häufig über 30° C, dafür aber über Monate so gut wie keine Niederschläge. Das Trinkwasser wurde zwar noch nicht rationiert, aber die Landwirtschaft muss Millionen-, wohl gar Milliardenausfälle durch die Dürre hinnehmen: staubtrockene Felder, frühe Noternten und Winterfutter für das Vieh, das bereits jetzt schon verfüttert wird.

Im Vogelsberg ärgerte man sich, dass dort das Trinkwasser bedenklich knapp wurde, während in Frankfurt mit Wasser aus dem Vogelsberg Bäume gewässert wurden. Eine Erfahrung, die unzähligen Menschen unseres Planeten selbstverständlich ist, rückte uns in diesem Jahr neu und verstärkt ins Bewusstsein: Wasser ist ein unbedingt notwendiges Lebensmittel und nicht unbegrenzt verfügbar, indem ich einfach nur den Wasserhahn aufdrehe. Und vielleicht ist in diesem Jahr ja auch manchem aufgegangen: Der Zugang zu sauberem Wasser muss ein Menschenrecht sein und kann um Himmels willen nicht privatwirtschaftlichen Spekulanten überlassen werden.

Da hatten die Menschen der Bibel ein anderes Gespür für die Bedeutung des Wassers! Kein Wunder, lebten sie doch fast alle im Vorderen Orient, wo die von uns heuer erlebte Witterung an der Jahresordnung ist und man die Wüste quasi immer vor Augen hat. Kaum ein biblisches Buch, in dem nicht vom Wasser die Rede ist. Am Anfang der Bibel schwebt der Geist Gottes über den Wassern, und am Ende, in der Offenbarung, findet sich die Vision, dass einst vom Tempel des „neuen Jerusalem“ ein Bach mit heilsamem Wasser ausgehen wird, der die Wüste und selbst das Tote Meer wieder belebbar machen soll. Und dazwischen: Erzählungen um Erzählungen über das Wasser …

Am intensivsten erlebte Israel die Bedeutung des Wassers wohl während seiner 40-jährigen Wüstenwanderung nach der Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. Immer und immer wieder sah es sich damals durch Wassermangel in seiner Existenz gefährdet, und immer und immer wieder zweifelte und verzweifelte es darum an seinem Gott, der es doch überhaupt erst in die Freiheit geführt hatte.

Immer wieder aber behob Gott Israels Not, indem er Mose beauftragte und befähigte, mal bitteres Oasenwasser genießbar zu machen, mal mit einem Stock Wasser aus einem Felsen zu schlagen. Damals wohl entstand auch der Gedanke, lebendiges, frisches, fließendes Wasser als Gleichnis für Gott zu verstehen, der doch viel lebensfördender ist als das abgestandene, brackige Zisternenwasser der falschen Götter und Götzen, zu denen Israel oft genug Zuflucht suchte.

Auch Jesus spricht von sich selbst im Neuen Testament mehrfach vom „Wasser des Lebens“, das den Durst nach Leben dauerhaft stillen kann – so etwa im Gespräch mit der Frau am Jakobsbrunnen im vierten Kapitel des Johannes-Evangeliums.

Ob wir wohl immer erst Wasserknappheit und Dürre erleben müssen, um die Bedeutung des Wassers und seine Lebensnotwendigkeit zu erkennen? Eigentlich möchte ich es uns allen wünschen, dass wir auch ohne Not- und Mangelerfahrungen wissen und ein Gespür dafür haben, wo wir unseren Lebensdurst stillen können und die „Energie des Lebens“ finden: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

(Übrigens: die Jahreslosung ist auch das Jahresthema der ev. Kirchengemeinde Ober-Roden)

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