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Wer ist Toni Erdmann?

von Pfarrer Ralf Feilen, Evangelisches Dekanat Rodgau

Winfried ist 65, ein Musiklehrer mit einem Hang zu mehr oder weniger lustigen Scherzen. Geschieden von seiner Frau, lebt er mit seinem alten Hund zusammen. Seine Tochter Ines ist Unternehmensberaterin, eine Frau, die um die Welt reist, um Firmen zu optimieren.

Vater und Tochter könnten nicht unterschiedlicher sein: Nach dem Tod seines Hundes beschließt Winfried spontan, Ines in Bukarest zu besuchen. Ines ist überrumpelt und bemüht sich, gute Miene zu machen. Sie schleppt ihren Vater in seinen alten Jeans mit zu Businessempfängen und Massageterminen. Doch der Besuch führt nicht zu einer Annäherung. Winfried nervt seine Tochter mit unterschwelliger Kritik an ihrem Leben zwischen Meetings und Hotelbars. Es kommt zum Eklat zwischen den beiden. Winfried reist aber nicht wie geplant ab. Er verwandelt sich in Toni Erdmann, sein bizarres Alter Ego, mit schiefem Gebiss, schlechtem Anzug und Perücke.

„Toni Erdmann“ heißt der neue Film von Maren Ade. Ich habe ihn als Mitglied der Jury der Evangelischen Filmarbeit angeschaut. Wir haben ihn zum Film des Monats Juli gekürt. Der Film kommt am 14. Juli in die Kinos.

Über 162 Minuten sehen wir eine Familienkomödie und Gesellschaftssatire, ein Frauendrama und einen Männerfilm zugleich. Wir bekommen Einblick in die Welt der Unternehmensberatung, sehen das Psychogramm einer Gesellschaft, die den Kontakt zur Wirklichkeit verloren hat. Wir schauen Menschen auf der Suche zu. Und dies alles verbunden mit absurder Komik und tiefer Nachdenklichkeit.

Die Geschichte von Winfried, Toni und Ines stellt die biblische Frage „Wo bist du, Mensch?“ im aktuellen Gewand.

Was heißt es, am Leben zu sein?
Wie gehe ich mit dem Geschenk des Lebens um?
Wofür lebe ich eigentlich?
Welche Werte sind mir wichtig?
Was ist mein Ziel?
Wie möchte ich leben?

Wohltuend ist nicht nur die wunderbar komische Art des Films, mit den tiefen Fragen umzugehen. Bis zum Schluss gelingt es ihm, die Frage nach dem Sinn des Lebens offen zu halten und eben nicht zu beantworten. So stellt „Toni Erdmann“ die Frage an uns, die Zuschauer: Wer bist du, Mensch?

www.filmdesmonats.de

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