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Salz und Frieden

von Pfarrer Sven Sabary, Evangelische Kirchengemeinde Heusenstamm

Monatsspruch August 2016:
„Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander.“ (Markus-Evangelium, Kapitel 9, Vers 50)

Ein schöner Morgen: Die Kaffeemaschine läuft. Frische Brötchen duften. Das Eierwasser kocht. Gleich wird gefrühstückt. Ich lese den Monatsspruch für den August: Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander! (Markus 9,50).

Ich stutze. Salz und Frieden – eine ungewöhnliche Kombination. Frieden untereinander zu haben – ein frommer Wunsch, denke ich, gerade heute. Bei der Vorbereitung eines Festes gerieten neulich zwei Helfer aneinander, weil sie unterschiedlich die Tische decken wollten. In der S-Bahn wurde ich vor ein paar Tagen Zeuge einer wüsten Schlägerei. Und im Fernsehen jagt eine Kriegsnachricht die nächste.

Ja, Frieden brauchen wir wirklich. Frieden untereinander, mit der Schöpfung und mit mir selbst. Nur so können wir gut miteinander leben, Katastrophen vermeiden und nicht in Selbstzweifeln versinken. Wie gut tut doch ein Wort, das einen Konflikt entschäft, oder eine Geste, die Versöhnung ermöglicht! Das haben wir alle schon erfahren: Ich atme auf, wenn mir jemand einen Fehler verzeiht. Und in friedlicher Atmopshäre lebt und feiert es sich besser.

Schade, dass es nur so schwer ist, selbst den ersten Schritt zu gehen. Da ist es gut, immer wieder einmal erinnert zu werden: Habt Frieden untereinander! Mir wird bewusst, wo in meiner Umwelt Unfriede herrscht. Indem ich daran denke, kommt mir in den Sinn: Auch ich kann zu mehr Frieden beitragen. Und vielleicht schaffe ich es ja, heute irgendwo zumindest einen kleinen Schritt Richtung Frieden zu gehen.

Aber was hat Frieden mit Salz zu tun? Klar, wir brauchen beides. Von Frieden kann man nicht genug haben. Zu viel Salz aber versalzt die Suppe, den austrocknenden See und ist ungesund. Zur Zeit des Markus war Salz kostbar. Es wurde mitunter sogar eine Salzsteuer erhoben (1.Makkabäer 10,29). Jesus nennt uns das Salz der Erde (Matthäus 5,13). Paulus mahnt, unsere Rede sei freundlich und mit Salz gewürzt (Kolosser 4,6).

Für uns heute ist Salz etwas Alltägliches. Mir fällt ein: Auf dem Frühstückstisch fehlt der Salzstreuer. Ich hole ihn und frage mich: Wenn nun Frieden wie Salz wäre? Wenn wir Frieden wie Salz ausstreuen könnten? Richtig dosiert, überall, wo es bzw. er gebraucht wird. Das wär doch was. Einen kleinen Salzstreuer können wir immer mitnehmen. Und Mund, Hand und Geist, um für Frieden einzustehen – das haben wir auch immer dabei. Seit diesem Frühstück hat mein Salzstreuer einen neuen Namen: Friedensstreuer.

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