Dekanat Rodgau

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote des Dekanates Rodgau zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Neues Projekt "Kochen mit Flüchtlingen": An Topf und Pfanne Grenzen überwinden

(Bericht von der Auftaktveranstaltung, Sept. 2014)

Was für Menschen, die hierzulande aufgewachsen sind, eine Selbstverständlichkeit ist, stellt für Flüchtlinge aus anderen Kulturkreisen durchaus eine Herausforderung dar. Das beginnt schon bei der Ernährung: Der günstige Einkauf im Supermarkt angesichts einer immensen Auswahl an Produkten, die Zubereitung von Lebensmitteln, der Umgang mit Ressourcen und selbst die Entsorgung von Müll sind für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, eine hohe Hürde –  bei der Integration ebenso wie beim Zurechtkommen mit einem schmalen Budget.

Zusammen mit der Rödermärker Ernährungsberaterin Carina Unger und unterstützt vom „DHB –  Netzwerk Haushalt“ hat das Evangelische Dekanat Rodgau ein Projekt ins Leben gerufen, das mit Information und gemeinsamem Einkaufen und Kochen hier Abhilfe schafft: In Urberach hatte es nun seine Premiere.

Für die Klienten von Brigitte Putz-Weller, Sozialarbeiterin und im Auftrag des Kreises Offenbach für die Betreuung von Flüchtlingen in Rödermark zuständig, ist das neue Angebot eine immense Unterstützung: An drei Vormittagen treffen sich Männer und Frauen aus Somalia oder Eritrea, dem Iran oder Pakistan, mit ihr und Carina Unger zum Einkaufen und Kochen. An diesem Freitag steht – der Jahreszeit entsprechend – Gemüsesuppe auf dem Speiseplan. Karotten und Kartoffeln kennen alle, aber Petersilienwurzel und Lauch etwa sind zumindest für einige der rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis dato allenfalls vom Anschauen bekannt.

Die meisten der Flüchtlinge, die am Projekt teilnehmen, sind junge Männer. Das wundert Brigitte Putz-Weller nicht: Viele von ihnen seien es von Zuhause gewohnt, dass die Mutter die komplette Familie bekocht. Möhren schälen, Reis kochen, Gemüse anbraten oder würzen – das alles sind Kenntnisse und Techniken, die mancher erst lernen muss, wenn das eigene Essen nicht nur gesund und bekömmlich, sondern auch günstig und schmackhaft sein soll.

Indes vermittelt der dreiteilige Kurs, bei dem Ernährungsberaterin Carina Unger in der Küche Regie führt, nicht nur Tipps und Kniffe für den Eigenbedarf. Die Initiatoren und Veranstalter hoffen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr neu erworbenes Wissen auch an andere weitergeben.

Was schon gut gelingt, ist zum einen die Verständigung: Englisch sprechen die meisten leidlich gut, zur Not helfen Mimik und Gesten nach. Und in jedem Fall sind alle auch mit Spaß beim Lernen der deutschen – und hessischen – Namen einzelner Gemüse, beim Zubereiten ebenso wie beim anschließenden gemeinsamen Essen.
Und ganz nebenbei trägt das Projekt auch dazu bei, sich gegenseitig über Nationalitätsgrenzen hinweg kennen zu lernen. Denn Essen ist Identität. Und von den Kochtraditionen in den verschiedenen Herkunftsländern zu erfahren, weckt Interesse – zumindest am Probieren: So haben sich die multinationalen Kochschüler darauf verständigt, bei ihrem nächsten Treffen in die eritreische Küche zu schnuppern.

Auf einen ähnlichen Erfolg hoffen der Rodgauer Dekan Carsten Tag und Dr. Boris Slamka, Referent für Gesellschaftliche Verantwortung im Kirchenkreis und Mitinitiator des Projekts, auch in anderen Kommunen. „Was in Urberach so gut begonnen hat, soll auch in anderen Orten Schule machen und vielleicht sogar in Eigenregie oder unterstützt von Ehrenamtlichen zu einer dauerhaften Einrichtung werden“, so Dekan Tag. „In jedem Fall freuen wir uns, in unserem neuen Projekt dekanatsweit zusammen mit den hauptberuflichen Betreuerinnen und Betreuern ebenso wie mit den Flüchtlingshilfe-Gruppen vor Ort unseren Beitrag für mehr Begegnung und Teilhabe zu leisten.“

Diese Seite:Download PDFDrucken

to top